Freischwimma

Die Herren Kargl, Würrer, Haslinger, Ledwinka und Lausch reflektieren textlich die besten Momente des historischen Austropop – die frühen Sachen von Ambros, Danzer, Hirsch oder Kurt Ostbahn – und bewegen sich souverän im Kontext der aktuellen Neo-Wienerlied-, Dialekt- und Volks-Rock’n’Roll-Manie. Sie machen ihre Musik aber nicht aus Kalkül. Und selbstverständlich ist es – Gott bewahre! – kein Austropop.

Die Ursuppe köchelte in der Provinz. Im Waldviertel, um genau zu sein. Freilich hat der Magnetismus der Metropole Wien die Partikel auf den Bändern und Computer-Tonspuren strikt nach vorn ausgerichtet. Vom ersten, noch leicht verhuschten Album „FS1“ anno 2011 über den forschen Nachfolger „Rostiga Nogl“ bis zum schon am Horizont sichtbaren Drittling „Fian Wind“ (VÖ Frühjahr 2015) kann man eine stringente Entwicklung der Band verfolgen. Das Album „Gresta Riss“ (monkey. VÖ 10.10.2014) erlaubt hier schon neben altbekannten Klassikern der ersten beiden Alben einen Ausblick auf den obengenannten Drittling mit zwei Songvorboten „Wo liegt da Hund begrom“ und „Bessa Waun Du Gehst“.  Mit der dräuenden Hammond-Orgel von Stefan Haslinger ist – zuvorderst auch live – eine mächtige Abrundung des Klangbilds gelungen. Rhythm’n’Blues rules OK.

Freischwimma sind eine wertkonservative Band. Ohne Frage. Traditionelle Instrumentierung, kein Einsatz von Sequencern und Vocodern (aber vielleicht kommt das noch), kaum eine Chance auf Airplay auf Radio Wien, FM4 oder gar Ö3. Oder doch? Denn diese gediegene, liebevolle, gewitzte Spielart heutigen Singer/Songwriter-Handwerks kann richtig populär werden. Sie schaut den Leuten aufs Maul. Und gibt ihnen richtig was auf die Ohren. Überprüfung gefällig? 

FS GR Band

Die Freischwimma (von links nach rechts):
Alexander Würrer – Bass, Gesang
Stefan Haslinger – Hammond Orgel
Alexander Lausch – E-Gitarre, Gesang
Florian Kargl – Lead-Gesang, E-Gitarre
Matthias Ledwinka – Schlagzeug